Das Wunder von Stein

Bei Gott ist alles möglich

Meine Geschichte beginnt im Frühjahr 2017. Mit 40 Jahren hatte ich gerade eine Vorsorgekur hinter mich gebracht und startete im Mai gut erholt wieder ins Alltagsleben. Mein Job als Polizist machte mir außerordentlich Spaß und mit meiner Frau und meinen beiden Kindern erlebte ich gerade das junge Familienglück. Alles war in bester Ordnung. Läuft - sagt die Jugend heute.

Im Juni stellte ich unter der linken Achsel eine starke Schwellung fest, die schnell größer geworden war. Einseitiger Muskelzuwachs durch das Klettern? -Wohl eher unwahrscheinlich. Ich hatte aber auch keine Ahnung, was es sein könnte. Wird ja irgendwas Harmloses sein, eine Entzündung oder so was und bald wieder von alleine verschwinden, dachte ich.

Ich gehöre zu der Gattung Männer, die erst zum Arzt gehen wenn es gar nicht mehr anders geht oder die Ehefrau mit Scheidung droht. Erstaunlicherweise habe ich dann doch zeitnah einen Termin beim Hausarzt gemacht. Ohne Drohungen durch meine Frau.

Mein Hausarzt stand kurz vor der Übergabe der Praxis an seinen Nachfolger. Umso bemerkenswerter war es für mich im Nachhinein, dass er meine Untersuchung nicht auf die lange Bank schob. Kein: "Da kann sich der Nachfolger drum kümmern, wenn er in 2 Monaten die Praxis übernimmt", oder "wird schon nicht so schlimm sein und erst mal abwarten." Im Gegenteil. Er nahm den Hörer ab und vereinbarte direkt einen Ultraschalltermin in den Folgetagen. Auf dem Ultraschallbild konnte der Radiologe jedoch nicht viel erkennen und kam zu keiner eindeutigen Diagnose. Dann ging es Schlag auf Schlag. Ein Termin folgte dem anderen. Computertomografie, Kernspin, Kontrastbildgebung, ...

Neben einem geschwollenen Lymphknoten in der Achsel hatte man auch eine faustgroße Zellwucherung zwischen Herz, Lunge und Brustkorb festgestellt.

Am Hochzeitstag im August hatte ich dann morgens einen Termin beim Onkologen um die Befunde zu besprechen. Dort wurde mir durch den Arzt mitgeteilt, dass ich davon ausgehen müsse, dass eine bösartige Krebserkrankung vorliegen würde. Welche Art könne man jedoch erst nach der Untersuchung einer Gewebeprobe sagen. Da stand ich nun. Mit der Diagnose Krebs. Am Hochzeitstag. Auf einmal bekam der Satz "in guten wie in schlechten Tagen" eine neue Bedeutung, eine andere Gewichtung. Würden jetzt schlechte folgen, fragte ich mich? Krebs? Mit 41 Jahren?

Was nun? Was tun? Resignieren, seine Beerdigung planen, seiner Ehefrau einen neuen Mann suchen, den Kindern einen neuen Vater...? oder Gott und seinem Wort vertrauen? Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen? RÖMER 8 V 28 - Durch Jesu Wunden sind wir geheilt. JESAJA 53 V 5

Ich entschied mich, Gott zu vertrauen und seinem Wort zu glauben. Tiefer Frieden erfüllte mich und ich wurde ruhig und gelassen obwohl mir der Arzt gerade diese schwere Diagnose mitgeteilt hatte.

Der Heilige Geist erinnerte mich dann an eine Bibelstelle, die mich Anfang des Jahres beschäftigte.

Die Bibelstelle handelt von den drei Freunden Daniels - Sadrach, Mesach und Abednego. Nebukadnezar hatte ein Standbild von sich entwerfen lassen, das alle anbeten sollten. Wer sich widersetzen würde sollte durch den Feuerofen getötet werden. Als die Musik erklang warfen sich alle nieder. Nur Daniels Freunde nicht. Da Nebukadnezar die drei sehr gerne hatte, bekamen sie eine zweite Chance obwohl sie sich durch ihre Missachtung dem Gesetz nach gerade selbst das Todesurteil gesprochen hatten. Mit welcher Kühnheit die drei dem König dann antworteten beeindruckte mich zutiefst.

"Wir haben gar nicht die Absicht, uns vor dir zu verteidigen. 17 Unser Gott, dem wir dienen, kann uns aus dem Feuer retten und aus deiner Gewalt. Und auch wenn er es nicht tut, so sollst du, König, dennoch wissen, dass wir deinen Göttern nicht dienen und dein goldenes Bild nicht anbeten werden." DANIEL 3 V 16

Das gab mir Kraft. Ich hatte die Zuversicht, dass Gott alles möglich ist und er mich auch aus dieser Situation retten könnte. Durch ein übernatürliches Heilungswunder, durch die Chemotherapie, durch deren guten Verlauf, ... Aber auch wenn er es nicht tun würde, selbst wenn die Krebserkrankung zum Tode führen würde, so würde ich an Ihm festhalten und meinen Glauben nicht verleugnen und mein Vertrauen nicht wegwerfen. Das gab mir so tiefen inneren Frieden, dass mich an keinem Tag die Frage nach dem "Warum" gequält hatte.

Ich erzählte meinem Pastor, den Ältesten und meinen geistlichen Brüdern aus der G12 Gruppe davon. Zusammen fingen wir an, für Heilung zu beten und für einen guten Verlauf der Chemotherapie. Wann immer im Gottesdienst für Kranke gebetet wurde, ließ ich für mich beten. Jedes Mal nahm ich Heilung für mich in Anspruch, gab Gott die Chance ein Wunder zu wirken. Gott schenkte mir eine solch innere Ruhe, dass ich an jedem Tag wusste, diese Erkrankung wird nicht mein Tod bedeuten, ich werde nicht daran sterben. Auf meinem Armband, was ich seit langem trage steht PUSH - Pray until something happens - Bete bis etwas geschieht. Ich wusste, alles ist möglich, alles ist möglich bei Gott. MARKUS 10 V 27.

Nach drei weiteren Wochen und weiteren Untersuchungen stand fest, dass ich an Lymphdrüsenkrebs der Gattung Morbus Hodgkin erkrankt war. Eine Operation sei nicht möglich und man würde, da der Krebs sehr aggressiv sei und der Verlauf ohne Therapie auch schnell tödlich, sofort mit der Therapie beginnen. Die medizinischen Heilungschancen seien durch die Aggressivität dieser Krebsgattung jedoch auch recht gut. Zwei Tage später ging es los. Inzwischen hatten wir Ende September.

Und Gott wirkte Wunder um Wunder. Die gesamte Chemotherapie verlief, abgesehen von Haarausfall, ohne nennenswerte Nebenwirkungen. Ich war in dieser Zeit so fit, dass ich viele liegengebliebene Dinge aufarbeiten konnte. Selbst im Garten und am Haus konnte ich Arbeiten erledigen. Ich kam mit weniger Schlaf aus als zuvor. Es gab Tage, an denen meine Blut-Werte derart im Keller waren, dass die Ärzte mich stationär aufnehmen oder in Quarantäne stecken wollten. Per Whatsapp kontaktierte ich meine Freunde und nach deren Gebet stiegen meine Werte und Fieberattacken verschwanden ohne Medikamente. Gott wirkte durch die Chemotherapie, so dass keine Bestrahlung notwendig war und ich aus ärztlich medizinischer Sicht seit dem 25.01.2018 als geheilt gelte. Im gesamten Körper fanden sich keine Krebszellen mehr und der Tumor zwischen Brust, Herz und Lunge war komplett verschwunden.

Vielleicht hast du die gleiche Diagnose, oder hast jemanden in deiner Familie, deinem Umkreis der an Krebs erkrankt ist. Vielleicht bist du anderweitig erkrankt, hast den Mut verloren, resigniert. Als die Jünger nachts draußen fischten und keinen einzigen Fisch gefangen hatten, trafen sie am Morgen auf Jesus, der ihnen auftrug, die Netze nochmals auszuwerfen. "Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen; aber auf dein Wort hin will ich die Netze auswerfen." LUKAS 5 V 5 und sie hatten den größten Fang ihres Lebens. Ich ermutige dich, Gott einmal mehr zu vertrauen, einmal mehr zu glauben, dass bei ihm alles möglich ist, einmal mehr, dass er auch heute noch handelt und heilt.

Michael S.





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