Mein Weg zum Glauben

Es war der 12. April 2014, der wichtigste Tag in meinem Leben.

Mein Name ist Ingo M., ich wurde 1968 in Eislingen geboren. Meine Kindheit war wunderschön, ich konnte fast alles tun, was ich wollte. Ich war viel in der Natur, hatte einen Kinder-Zoo mit Schlangen, Molchen und Fröschen. Ich gründete eine Kinderbande, spielte „Krieg der Knöpfe“, war der Boss und konnte bis spät abends weg bleiben. Das meine Kindheit doch nicht immer so schön war, wurde mir erst als Erwachsener bewusst.

Mit 16 bekam ich mein erstes Moped und hatte einen großen Freundeskreis (Clique).

Mit 17 kamen wir alle in Kontakt mit Marihuana, die Clique spaltete sich. Ich wählte die Seite mit den Drogen.

Mit 18 kamen neben Marihuana auch LSD dazu.

Mit 19 Speed und Kokain.

Mit 20 hing ich mit Heroin an der Nadel. Schnell wusste ich, so geht es nicht weiter.

Ab 1990 versuchte ich es mit Therapien. Ich brach alle ab.

1992, nach meinem letzten Therapieabbruch telefonierte ich mit meinem Vater. Er sagte mir, dass meine Mutter wegen mir, mit einem Nervenzusammenbruch in der Klinik liegt, ich nicht mehr sein Sohn bin und er mich nie wieder sehen will.

An diesem Tag stand ich Stunden lang am Bahnhof und versuchte mich vor einen Zug zu werfen.

Beim dritten Anlauf sagte eine Stimme zu mir: „Gib dir eine Chance, lass dein Leben nicht so enden.“ Ich nutzte diese Chance und zog die nächste Drogentherapie durch. Keiner meiner Freunde, aus meiner Drogenzeit hat dies überlebt, alle sind tot. Ich bin der einzige, der überlebt hat. In der Zeit, nach meiner Drogentherapie beschäftigte ich mich mit Astronomie, Sonnen, Sterne, Universum, Urknall, unendliche Entfernungen. Mit Freunden diskutierte ich viel über diese Themen und war der Meinung, wir sind nicht allein im Weltall und dies alles ist nicht Gottes Werk. Ich verleugnete Gott. Abends lag ich im Bett und dachte, was redest du eigentlich für einen Blödsinn.

1993 lernte ich meine Ex Frau Elke kennen.

1998 wollten wir heiraten. Ein halbes Jahr vor der Hochzeit bekam ich starke Rückenschmerzen. Am Tag meiner Hochzeit wurde ich 2 Stunden davor von meinem Hausarzt schmerzfrei gespritzt. Ob das ein Zeichen war?

1999 wurde Elke schwanger, wir verloren das Kind im dritten Monat. Im selben Jahr wurde sie wieder schwanger. Als sie in der 14. Woche war, bekam ich einen Anruf von meinem Hausarzt, ich müsste unbedingt heute noch zu ihm kommen. Abends sagte er mir, dass ich eine schwere Krankheit hätte und ich müsste mich umgehend in die Freiburger Uniklinik begeben, um mich dort behandeln zu lassen. Ich weinte den ganzen Abend. Am nächsten Morgen verlor Elke unser nächstes Kind. Es kam alles Schlag auf Schlag.

Ein paar Tage später, in der Uniklinik sagte man mir, dass ich das Glück hätte, an einer Studie für ein neues Medikament teilzunehmen. 72 Wochen lang, die Nebenwirkungen wären aber nicht ganz so hart, wie bei den anderen Medikamenten und ich hätte eine 20 prozentige Heilungschance. „Man, hatte ich doch ein Glück“. Diese Zeit war sehr hart, aber ich wurde geheilt. Im Laufe der Jahre zerbrach unsere Ehe und dich trennte mich von Elke.

2006 lernte ich Jessy kennen und verliebte mich unsterblich in diese wundervolle Frau. Da sie schon bekehrt war, ging ich hin und wieder, mit ihr in die Gemeinde in Göppingen.

Den Lobpreis und die Predigten fand ich super, oft saß ich mit pochendem Herzen da und wusste, der meint genau mich. Ich schaffte es aber nie, meine Hand zu heben und nach vorne zu gehen.

2013 plante ich mit Jessy unsere Hochzeit und wir schauten uns nach einem Pastor für die besondere Hochzeit in der Luft um.

So kamen wir zu Hans-Peter. Diese Begegnungen waren für mich etwas Besonderes.

Die Ehevorbereitungen an sich, sein Buch, (ich las es in 3 Stunden) und diese Gemeinde, ich fühlte mich gleich zu Hause. Im Frühjahr diesen Jahres begann ich den Alphakurs. Am Alphawochenende wurde mir bewusst, dass es für mich nur einen Weg gibt und ich mich bewusst für einen Weg mit Jesus entscheide. Keine Sekunde konnte ich mehr warten. So betete ich gleich mit Roland und Mike mein Bekehrungsgebet und empfing den Heiligen Geist. Es war der 12. April 2014, der wichtigste Tag in meinem Leben.

Vieles änderte sich seit dem in meinem Leben und ich bin gespannt, was Gott noch alles für mich vorgesehen hat. So oft in meinem Leben, hat Gott mir zur Seite gestanden und ich habe ihm den Rücken zugedreht und bin gegangen. Mein Herr, nie wieder werde ich dir den Rücken zeigen, den du bist mein Hirte und mein Licht im Dunkeln.

Ingo Müller





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