Mein Weg zum Glauben

Eine Entscheidung, die alles verändert

Ich komme aus einen christlichen Elternhaus, jedoch hatten meine Eltern schon von je her sehr unterschiedhe geht, wenn nicht gerade Triathlon ist, und mit allem übermäßig geistlichen nichts zu tun haben will. Meine Mutter hingegen besucht eine Pfingstgemeinde. Da diese Glaubenskonflikte in unserer Familie öfters offen zutage traten, ging ich mal hier hin und mal dahin, ließ aber in späteren Jahren ganz davon ab, da ich nicht zwischen den Fronten stehen wollte. Dazu kam, dass ich als spät pubertierender viele andere Dinge im Kopf hatte und auch intellektuelle Einwände. Besonders "Pfingstliche" Dinge fand ich damals absolut skurril. So kam es, dass ich bis zum Abi hin eigentlich vieles wusste, aber keine Beziehung zu Jeliche Ansichten, was das Christsein angeht. Mein Vater ist ein typischer Landeskirchgänger,der jeden Sonntag in die Kircsus hatte. Im Grunde war es mir ziemlich egal.

Ich hatte das Glück, nach meinem Abi (2012) vom Freiwilligendienst weltwärts angenommen worden zu sein, mit dem ich dann für zwölf Monate nach Ruanda ging. Diese Zeit veränderte mich sehr, das leben in einer anderen Kultur, die Konfrontation mit Verlust und Leid, aber auch das Empfinden ganz viel tiefer Freude und einer noch nie dagewesenen Freiheit, ließen mich über viele Fragen des Lebens nachsinnen. Und obwohl mich das Jahr persönlich sehr viel weiter gebracht hatte, bin ich dadurchnicht zum Glauben gekommen.

Bei meiner Rückkehr Ende August 2013, war der Aufprall auf die Deutsche Gesellschaft sehr hart. Ich fand mich konfrontiert mit Werten, die mir wiederstrebten und Freunden, mit denen ich nicht mehr so viel anfangen konnte, da viele doch sehr andere Wege gegangen waren.Nachdem ich etwa einen Monat wieder zuhause war, hieß es dann studieren gehen. Ich wollte unbedingt weg von zuhause und den alten Leuten. Ich hatte gehört dass die Menschen im Süden netter seien und ich sehnte mich nach Bergen. So kam ich auf Freiburgund machte mich kurzerhand auf den Weg. Ich hatte mir schon vorher überlegt, Physik zu studieren. Mein Vater ist Physiker und Physik gefiel mir in der Schule. Insofern war für mich klar, dass ich das auch studieren würde. Als ich dann jedoch im Mathe Vorkurs saß, wurde mir irgendwie klar, dass ich mich mit dem Studium nicht wirklich identifizieren konnte. Es kam mir plötzlich sehr einseitig und leer vor, aber vor allem konnte ich den Sinn darin nicht erkennen. "Was macht es für einen Sinn, dachte ich, so etwas zu studieren, nur um danach einen sicheren Job im Max Plank Institut oder so zu haben und sich der Forschung hinzugeben". Die Vorstellung war so trostlos, und ich kam zu dem Entschluss, dass es nicht tragbar wäre, nach allem was ich von der Welt gesehen und erlebt hatte, mich hinter Formeln und Teilchen zu verschanzen.

Ich dachte, könnte es nicht etwas geben, was ich tun kann, um die Welt zu verändern. Etwas, dass größer ist als Geld verdienen, Kinder kriegen, versuchen möglichst glücklich zu sein und lange zu leben, etwas das größer ist als ich selbst? Tausende von Leuten ziehen täglich an dir vorbei und gehen ihrer Wege, du weißt weder woher sie kommen, noch wohin sie gehen, du bist nur ein Fisch in einer Menge die stumpf in eine Richtung geht.

Hat das Leben vielleicht einen Sinn, der über das existieren hinausgeht?

Mit diesen Gedanken im Kopf entschloss ich mich, mich nicht für Physik einzuschreiben, war daraufhin aber sehr verwirrt und depressiv, und fühlte mich in dieser Stadt, Freiburg, total verloren, zudem ich noch keine feste Bleibe hatte.

Irgendwie wusste ich jedoch, wenn es jemanden gibt, dem es nicht egal ist, was ich tue, wenn jemand einen Plan für mein Leben haben sollte, dann müsste das Gott sein. Und so ging ich in meiner Verzweiflung in die Kirche, und klammerte mich an Jesus.

Damit war meine Geschichte natürlich noch nicht vorbei, sie ging erst los. Dieses Zeugnis ist nur eine stark vereinfachte Fassung und ich will diesbezüglich keine weiteren Details nennen aber die meisten Leute würden wohl ungläubig den Kopf schütteln, wenn sie wüssten, dass ich in anderthalb Semestern in 3 Studiengängen an 2 verschiedenen Universitäten immatrikuliert war...

Ich habe während dieser Zeit jedoch immens dazugelernt, viel erlebt, bin in meiner Beziehung zu Jesus gewachsen und wäre ohne diese kleine Odyssee sicher nicht dort, wo ich jetzt stehe. Ich werde Anfang September nach Holland gehen, und an der Roosevelt Accademy, einer renommierten kleinen Universität ein Studium aufnehmen, welches mich in den Bereich der Entwicklungspolitik führen wird.

Es ist diesbezüglich noch längst nicht alles geklärt und es werden auf meinem Weg noch viele Hürden zu nehmen sein. Ich habe jedoch Vertrauen gefunden und weiß, dass Jesus mich durchführen wird. Das Leben ist nicht sinnlos, denn er hat einen großartigen Plan mit mir.


Sebastian Krantz




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